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18. Januar 2010

Soziale Fantasie braucht Räume! - Die Räume sind vorhanden!

DIE LINKE. Bezirksfraktion Altona fordert: Das Projekt „Nicos Farm“ soll in den leer stehenden Gebäudekomplex Holstenkamp 119 in Hamburg-Bahrenfeld! Mit einer spektakulären Besetzungsaktion machte kurz vor Weihnachten das Projekt „Nicos Farm“, ein Zusammenschluss von Eltern mit behinderten und nicht behinderten Kindern, auf einen ganzen Komplex schon seit Jahren leer stehender denkmalwürdiger Häuser aufmerksam - das ehemalige Pflegeheim am Holstenkamp 119 in Bahrenfeld.

Hier wäre genügend Platz für Wohnungen der betroffenen Familien, hier könnten Räume eingerichtet und an Besucher mit behinderten Kindern vermietet werden, hier könnten in dafür ausgestatteten Räumen und auf dem großzügig angelegten Gelände die Kinder in ihrer gewohnten Umgebung therapeutisch betreut werden, könnten Tiere untergebracht, Gartenbau, ein Bioladen, ein Cafe, eine Kita betrieben und mannigfach Kontakte und Kooperationen mit den Nachbarn - einer SeniorInnenanlage, einer Kirchengemeinde und einer Schule- aufgenommen werden. Es würde Seminarräume geben können und diverse Kunst- und Kulturangebote. Alles immer sowohl für sogenannte Behinderte wie auch sogenannte Nichtbehinderte. Es gäbe Lern- und Arbeits-, Integrations- und Inklusionsperspektiven weit über den Tag hinaus.

Ideal für ein Projekt dieser Art, wollte die Stadt dennoch den Zuschlag für den Komplex Holstenkamp nicht geben. Die ungewöhnlichen HausbesetzerInnen sollten erst einmal wieder das Feld räumen, dann sei man zu einem Gespräch bereit, hieß es. Die Fenster und Türen wurden von der Behörde verrammelt, und nach dem Gespräch wurde lediglich zugesagt, die Bewerbung von Nicos Farm zusammen mit anderen Bewerbungen für das Objekt Holstenkamp 119 zu „prüfen“. Das Konzept „Nicos Farm“ ist daraufhin der zuständigen Behörde am 13.Januar überreicht worden…

DIE LINKE Bezirksfraktion Altona fordert in einem Antrag für die kommende Bezirksversammlung diese auf, die Bewerbung von „Nicos Farm“ zu unterstützen. Die Behörde für Soziales und Gesundheit soll das Grundstück erwerben und es dem sozial- wie gesundheitspolitisch wegweisenden Projekt zur Verfügung stellen. Die dabei entstehenden Kosten würden sich innerhalb weniger Jahre amortisieren, da das Betreuungskonzept der Elterninitiative darüber hinaus sehr viel billiger wäre als herkömmliche Heimunterbringungsmodelle.

Nicos Farm wird bereits jetzt von anderen ähnlichen Initiativen, Vereinen, TherapeutInnen, ÄrztInnen, sowie Kulturschaffenden unterstützt, darunter „Insel e.V“, die AG Mensch-Tier-Interaktion (Animaga) und kompetente Einzelpersonen. Sie haben die wegweisende Bedeutung des Konzeptes begriffen und bieten ihre professionelle, z.T. auch ehrenamtliche Kooperation an. Projekte ähnlicher Art geben ihnen bezüglich des nachhaltigen Erfolges Recht. Mit „Nicos Farm“ könnte und sollte die Stadt Hamburg ein echtes, weit in das behindertenpolitisch immer noch unterbelichtete Land ausstrahlendes, Leuchtturmprojekt verwirklichen!