DIE LINKE. Bezirksfraktion Altona, nimmt die Einladung der Bäderland GmbH zu einer Vorabbesichtigung des neuen Bades an der Holstenstrasse nicht an!

Presseerklärung der Fraktion DIE LINKE in der Bezirksversammlung Altona

Die Zerstörung des fast 100 Jahre alten Bismarckbades im Herzen Ottensens und Altonas wurde gegen den im Bürgerentscheid erklärten Willen von fast 80% der sich am Bürgerentscheid beteiligenden Altonaerinnen und Altonaer vollzogen. Trotz massiver Werbung für das neue Bad hatten sich 70% der teilnehmenden Wahlberechtigten gegen das neue Bad ausgesprochen, weil sie sich damit nicht von ihrem Bismarckbad abfinden lassen wollten, das vielen Generationen kein teures 'Spaßbad' - wie der Neubau an der Holstenstrasse – war, sondern eine für alle erschwingliche soziale, gesundheits- und sportorientierte Begegnungsstätte. Kindergeburtstage, Saunatreffs, Schwimmunterricht für Kitas und Schulen, Senioren-Unterwassergymnastik, und ganz normales Bahnschwimmen prägten den Badealltag, nachdem die Schwimmvereine schon zehn Jahre zuvor vertrieben worden waren.

Das durch den Druck der Bürgerinitiative 'Unser Bismarckbad bleibt!' in die Planung und dann auch Ausführung genommene Spaßbad an der Holstenstrasse, das noch dazu Teile des gerade unter großer Mitwirkung der Anwohner hergerichteten Walter-Möller-Parks zerstört hat, ersetzt zum einen allenfalls das vor 20 Jahren fast an derselben Stelle ebenfalls gegen den Bürgerwillen geschlossene Thedebad, nicht aber das Bismarckbad, das allein durch seine zentrale, für alle gut und gefahrlos erreichbare Lage einen unvergleichlich höheren Wert für die Altonaer Bevölkerung darstellte und als eines der wenigen weitgehend erhaltenen Jugendstilbäder eine architektonischen und kulturhistorische Bedeutung besaß, die hier, genau wie 30 Jahre zuvor der Altonaer Bahnhof, der Abrissbirne zum Opfer fielen, was von vielen AnwohnerInnen und ExpertInnen als städtebauliches Verbrechen angesehen wird.

Aufgrund der Ausgliederung des Schwimmbad-Sektors der ursprünglich zu den Hamburger Wasserwerken gehörenden heutigen 'Bäderland GmbH' unterliegen alle betriebswirtschaftlichen Angaben dem Betriebsgeheimnis, so dass auch aus diesem Blickwinkel nicht überprüft werden kann, ob der Verkauf und Abriss des Bismarckbades und der Neubau des Bades an der Holstenstrasse irgendeinen ökonomischen Sinn für den Steuerzahler machen. Vielmehr ist davon auszugehen, dass hier in erster Linie die wirtschaftlichen Interessen des Bismarckbad-Abriss- und Mercado-3-Investors Pirelli RE bedient wurden, während der Steuerzahler den Schwimmbad-Neubau an der Holstenstrasse und als Kunde die entsprechend hohen Eintrittspreise bezahlen darf bzw. muss, wenn er sie denn nutzen will.

Die Mitglieder der Fraktion DIE LINKE in der Bezirksversammlung Altona waren alle in der Bürgerinitiative 'Unser Bismarckbad bleibt!' engagiert und werden nicht an dieser Voreröffnungsschau des „Festlandes“ teilnehmen.

Hamburg-Altona, den 26.02.2009