Der Buchenhofwald

Rede von Eckhard Fey auf der Bezirksversammlung am 26.03.2009

Verehrte Anwesende!

In Ergänzung der Rede von Herrn Sauer sei noch einmal auf folgende Tatbestände hingewiese

  1. Am 16.05.2006 stimmt der Grünausschuss gegen die Fällung von 145 Großbäumen im Buchenhofwald.
  2. Am 17.05.06 beschließt der Planungsausschuss einstimmig die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens mit dem Ziel des Erhalts des wertvollen Baumbestandes.
  3. Am 01.08.06 übergibt der Senat die Verantwortlichkeit zum Überlass von Baugenehmigungen an den Bezirk Altona.
  4. Mit dem 28.09.06 wird das „Ensemble Buchenhof“ Osdorfer Landstr. 372 - 374 unter Denkmalschutz gestellt.
  5. Am 27.09. 07 erteilt das Bezirksamt Altona, veranlasst von CDU und GAL, in totalem Widerspruch zu den vorgenannten Beschlüssen einen Bauvorbescheid, wobei der Verdacht von Rechtsverstößen bis dato nicht ausgeräumt ist.
  6. Am 06.11.07 erhebt die Anwohnerschaft Widerspruch gegen den Bauvorbescheid der normalerweise aufschiebende Wirkung hat, und auf den bis dato nicht reagiert worden ist.
  7. Von Juli bis Oktober 2008 erfolgt, bei gleichzeitiger Entfernung des Querzaunes, ein unzulässiger Abraum von Altholz, der Lebensraum geschützter Tierarten ist. Wohlgemerkt vor Abschluss und Veröffentlichung des vom Bauträger, dem BVE, bestellten Gefälligkeitsgutachtens. (Ein Gutachten gilt prinzipiell als Gefälligkeitsgutachten, wenn kommerzielle Nutzer und Auftraggeber zusammenfallen bzw. unmittelbar involviert sind. Unabhängige, etwa universitäre Gutachten aus einem anderen Bundesland, könnten unter Einbindung des BUND, von ROBIN WOOD, NaBu oder Greenpeace jederzeit erstellt werden).

Soviel zu dem institutionellen Mängeln des Gutachtens, die fachlichen zeigen sich schon darin, dass vielen im Buchenhof-Wald lebenden artgeschützten Tierarten überhaupt nicht nachgeforscht wurde, wobei im übrigen auch die Behauptung nicht erstaunt, dass die artgeschütze Tierwelt sich selbstverständlich wesentlich im südlichen nicht zu bebauenden Teil des Buchenhof-Waldes, d. h. an der lärmenden und vielbefahrenen Osdorfer Landstraße 372 – 374 befindet.

Einige Einzelheiten zu Zerstörung des Biotopps:

1. Eine hundert Jahre alte Buche, wie sie für den Buchenhof-Wald repräsentativ ist:

  • hat ein Blattvolumen von 1600 qm,
  • verarbeitet an einem Sonnentag 18 Kg CO2 zu 13 Kg Sauerstoff,
  • verdunstet bis zu 400 Liter Wasser und sorgt für eine ausgewogene Luftregeneration,
  • bietet vielen Tieren Lebensraum usw.

Um diese Produktivität einer gefällten Buche zu erreichen, müssten 2000 kleine Bäume angepflanzt werden.

2. Der Gesamtbestand der Buchen beläuft sich auf 537. Davon sollen 131 gefällt werden und – das wird selbstverständlich verschwiegen – es sollen 277 Baumkronen gestutzt und gelichtet werden, was dauerhaft zu Rindenspaltung der Bäume führt und damit ihren Bestand gefährdet.

Meine begrenzte Redezeit verbietet die Nennung weiterer ökologisch destruktiver Verhaltensweisen wie sie hier vor Ort festzustellen sind. Grundsätzlich aber sei angemerkt: Es gibt viele Beispiele für weitgehend irreversible katastrophale kommerzielle Naturzerstörung mit schizophrener Grundproblematik. Ich nenne nur zwei:

  • Bürger, die ängstlich um ihre Gesundheit bemüht in Öko- oder Naturkostläden einkaufen, aber mit einem Kfz. vorfahren, das 200 – 300 gr. Kohlendioxyd pro Kilometer auswirft.
  • Wenn ich z.B. Herrn Szcesny oder Herrn Hielscher oder Herrn Wenzel oder andere aus den Mehrheitsfraktionen frage, ob sie für sauberes Wasser, für saubere Luft oder Verringerung des CO2 Gehalts in der Luft sind, werden sie im Brustton der Überzeugung mit „Ja“ antworten. Wenn sie dies in adäquates Handeln umsetzen sollen, stimmen sie mit „Nein“ wie im Fall der des Buchenhof-Waldes.

Was sagten die Indianer: Erst wenn der letzte Fisch gefangen, der letzte Fluss vergiftet und der letzte Baum gefällt ist, werdet ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.