Hände weg vom Elbe-Camp

von Robert Jarowoy

Das Elbe-Camp am Falkensteiner Ufer wurde vor 5 Jahren vom Verein für Kinderschutz und Jugendwohlfahrt langfristig gepachtet. 

Der Verein wurde zu Beginn des vorigen Jhdts. von einem Pastor begründet, der Kindern und Jugendlichen aus den dicht bebauten Arbeitervierteln in Ottensen und Altona erschwingliche Ferienmöglichkeiten 'im Grünen' verschaffen wollte. Zu diesem Zweck wurden einige Ferienanlagen an der Nord- und Ostsee sowie in der Lüneburger Heide gekauft bzw. gepachtet. 

Zu diesen gehört das Elbe-Camp, wo Kinder und Jugendliche für 1 Euro pro Tag nicht arbeiten, sondern Ferien machen können. In einem tollen Ambiente von Natur, Fluss, Strand, Begegnung, Kultur und Abenteuer. Mitmachzirkus, Piratenschiffe, Lagerfeuer und alles, was das Kinder- und Jugendherz höher schlagen lässt, wird dort täglich realisiert. 

Aufgrund der strukturellen Veränderungen in Altona besteht die Zielgruppe heute aus Kindern und Jugendlichen aus Lurup und Osdorf sowie aus Jugendgruppen aus Polen, Israel und vielen anderen Ländern. Von dieser aufgabengerechten Umsetzung der Vereinsziele kann sich jede/r jederzeit vor Ort überzeugen.

Nun hat der Trägerverein bei Übergabe dieses Geländes durch die Freie und Hansestadt Hamburg (Mitbewerber war neben anderen der ADAC) 2007 Fördermittel von ca. 700.000 € bekommen, um den Platz, insbesondere hinsichtlich der sanitären Anlagen auf JetztZeitNiveau zu bringen. Dies hätte binnen 2 Jahren erfolgen müssen. Tatsächlich wurde die Baugenehmigung seitens des Altonaer Bauamtes aber erst im Juli 2010 erteilt. Zwischenzeitlich wurde das für den Umbau bereitgestellte Geld wieder abgerufen. Inclusive Zinsen. 

Jetzt wird dem Verein vorgeworfen, dass er die sanitären Anlagen immer noch nicht modernisiert habe, wobei diese zwar vielleicht auf Schullandheimstandard der 60er Jahre, aber völlig in Ordnung sind, und nach Vorwänden gesucht wird, so erscheint es mir zumindest, die ganze Anlage dem Verein zu entziehen. Vorwürfe sind, dass die hygienischen Verhältnisse auf dem Camp gesundheitsschädlich und seuchengefährdet seien, was völlig absurd ist. Genauso wie der Vorwurf, dass das Pachterhältnis unter Vortäuschung falscher bzw. nicht erfüllter Ziele erschlichen worden sei.

Die Koalition der Ankläger reicht dabei sonderbarerweise von der CDU/GAL über die SPD und die FDP bis hin zur geschlossenen Fronde des Bezirksamtes. Warum sie alle zusammen diese für mich vorbildliche und oft von mir besuchte Einrichtung, mit der Altona sich weltweit schmücken könnte, fertig machen wollen, weiß ich noch nicht.

Einen vom Oberverwaltungsgericht vorgeschlagenen Gütetermin im Gerichtsverfahren über die Zurückziehung der Fördergelder hat das Bezirksamt Altona abgelehnt. Genau diesen fordern wir als Altonaer Fraktion und Partei DIE LINKE jetzt aber. ANTRAG